Verhaltenstherapie

Dozent: Michael Walkenhorst
Erzieher, Psychologischer Berater, Coach und Supervisor

Michael Walkenhorst

Einführung in das ABC-Modell – die Rational-Emotive Verhaltenstherapie nach Albert Ellis

“Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen,
sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben.”

Kursbeschreibung

Albert Ellis stellte 1955 ein einfaches Modell für die Entstehung von Emotionen und Verhaltensweisen vor. Er erkannte, dass nicht allein ein äußerer oder innerer Reiz zu Gefühlen oder Handlungen führt, sondern dass es einen, meist nicht bewussten, Zwischenschritt gibt. Die REVT (Rational-Emotive Verhaltenstherapie) gehört zu den anerkannten psychologischen Verfahren und ist sowohl gesprächs- als auch verhaltensorientiert. Sie gehört zu der Gruppe der Verhaltenstherapien, und hier speziell zu den kognitiven Verhaltenstherapien. Im Mittelpunkt steht der Mensch als zielorientiertes und soziales Wesen, das daran leidet, von blockierenden, dysfunktionalen Einstellungen, Bewertungen und Gefühlen an einem gewünschten Vehalten gehindert zu sein. REVT ist ein ganzheitlicher, handlungsorientierter, humanistischer Psychotherapieansatz mit dem Ziel emotionalen Wachstums, der heute in Coaching, Beratung und Therapie vielfach Einsatz findet. Die Klienten werden ermutigt, ihre Gefühle bewusst zu erleben und auszudrücken, wobei der Zusammenhang von Denken, Fühlen und Handeln betont wird. Das im Folgenden erläuterte ABC-Modell ist bis heute Basis zahlreicher kognitiver Verhaltenstherapien. Auch in der systemischen Beratung und Therapie ist dieses wiederzufinden, “NLP”, “The Work nach Byron Katie” etc. basieren auf diesem Modell.

Dieses Modell geht von einer bestimmten Abfolge aus

A - Wahrnehmung
B - Annahmen, Glaubenssätze, Bewertungen
C - Verhalten und Gefühle
Wenn also zwischen Wahrnehmung und Verhalten/Gefühle eine Bewertung stattfindet, ist dies ein wirksamer Ansatzpunkt, nämlich die Bewertung auf den Prüfstand zu stellen und ggf. zu korrigieren.

Diese kognitive Umstrukturierung dysfunktionaler Bewertungen geschehen in

D - Hinterfragen
E - Neue Erfahrungen machen

Dies kann geschehen durch beispielsweise einfachem Reframing über Humor, Timeline- und Teilarbeit, The Work, Sokratischer Dialog, Lefkoe-Prozess, etc.. Eine Kombination aus weiteren Techniken einerseits aus dem emotiven, kognitiven und verhaltensbezogenem Bereich, aber auch aus anderen Therapieschulen, ist möglich und sinnvoll.
Ziel ist, dysfunktionale Bewertungen zu erkennen und zu verändern, so dass der Klient die Verantwortung für sein Handeln übernimmt und für sich dienliche Bewertungen erarbeitet.
In der Therapie und Beratung werden irrationale Überzeugungen bewusst gemacht, in Frage gestellt (Disputation) und im Sinne einer kognitiven Umstrukturierung verändert.
Selbst- und Fremdwahrnehmung werden hierbei in den Mittelpunkt gestellt. Es wird überprüft, inwieweit eigene Überzeugungen und Bewertungen hilfreich oder dysfunktional sind.